Artikel
0

Müll gibt´s auch in üBERLINgen.

Artikel anhören
Vorlesefunktion
—:—
Müll gibt´s auch in üBERLINgen.
Unrechtmäßig entsorgter Müll am 20. September 2026 in der Münsterstraße in Überlingen. Bild: sz-team

Ein wenig Berlin steckt auch in üBERLINgen. Am heutigen Sonntag mitten auf der Promenier-Meile „Münsterstraße“ hat ein übler Zeitgenosse seinen „Kleiderschrank“ entsorgt. Besser gesagt das was sie/er nicht mehr brauchen konnte. Ist der Müll in der Bundeshauptstadt jetzt zum Politikum geworden, schwer zu ertragen die Bilder der Müllberge in der Stadt an der Spree, verunziert auf Straßen und Plätzen der Abfall auch die Touristenstadt Überlingen am schönen Bodensee.

Ob kulturfremde Zugezogene, die es gewohnt sind alles Unbrauchbare einfach aus dem Fenster, respektive auf die Straße zu schmeißen, oder der freundliche Überlinger, der sich den Gang zum Container spart- und sich als Sau entpuppt? Fest steht, auch Überlingen wird immer schmutziger! Besonders häufig anzutreffen ist die Unsitte, alles was man nicht mehr braucht mit einem Schild „zu verschenken“ auf dem Gehweg zu entsorgen. Was in der ehemaligen DDR charmante Tradition war, denn da blühte aufgrund von Mangel ja der Tauschhandel, ist längst zur schlechten Marotte verkommen. Oft steht das teilweise wirklich nicht mehr brauchbare Sammelsurium wochenlang herum, zerfleddert, nass- scheußlich. Die Wegwerfgesellschaft kauft und hat zu viel.

Sperrmüll, den es in Überlingen im Gegensatz zu Berlin ja gibt, in der Hauptstadt steht man Stunden an Wertstoffhöfen an, kostet hier am See unter Umständen Geld, und die Beantragung oder die Fahrt zur Mülldeponie ist vielen wohl schlicht zu aufwendig. Das könnte ja Zeit kosten, die man lieber am Smartphone verbringt. Die fleißigen Mitarbeiter der Stadtverwaltung, und das sind sie, können dem Müll kaum „Herr „werden, der auch aufgrund des unkontrollierten Lagerns in den Uferanlagen überall herumliegt. Allerdings sind auch Scherben in Überlingen ein Riesenproblem. Eltern mit Kindern und Hundebesitzer können ein Lied davon singen. Besonders schlimm ist es rund ums Münster, und auf der Gasse die vom „Galgenhölzle“ zum See führt. Hier hilft nur die städtische Kehrmaschine. Bittende Anrufe bei der Stadtverwaltung verhallten bisher leider erfolglos.

„Kipp it clean“, eine Initiative gegen die Verunreinigung mit achtlos weggeworfenen Zigarettenkippen könnte längst groß ausgeweitet werden. Dann brauchten die Helfer nicht nur kleine Zangen, sondern große Karren. Ehrenamtliche springen mit „Kipp it clean“ der finanziell überforderten Stadtverwaltung bei. Leider dürfen diese Müllwerker keine Ohrfeigen verteilen. Da juckt einem schon mal die Hand, wenn die Jugendkultur ihren Dreck direkt neben die Abfalltonne auf den Boden wirft. Aber Achtung: das betrifft nicht nur junge Menschen, Dreckspatzen gibt’s in allen Altersklassen. Das gilt für Hundebesitzer die das Häufchen oder den Haufen einfach liegenlassen. Rüpelnde-Radler die in Fußgängerbereichen zur Gefahr werden, und generell für alle rücksichtslosen Zeitgenossen die immer mehr werden in einer Gesellschaft die ihren Kompass verloren hat. Rücksicht und Höflichkeit sind selten geworden. Egoistisches „die Hauptsache ich“ und „mir kann keiner“ sind an diese Stelle getreten. Im Zeitalter der Selbstoptimierung und der KI-Neunmalklugheit sind die gute Kinderstube und der „Benimm“ verlustig gegangen. Das gilt für die da oben, und auch für die da unten. Traurig.

Wenn Journalismus mit Rückgrat endet steht nichts mehr zwischen Ihnen und der Lüge!

Bitte vergessen Sie nicht unsere Arbeit zu unterstützen, denn nur so können wir weiter Journalismus mit Rückgrat machen.
IBAN: DE 49 1001 0010 0430 5201 05, weitere Möglichkeiten zur Unterstützung finden Sie auf unserer Webseite „Unterstützen“. Vielen Dank!
Nichts verpassen? Abonnieren Sie unseren Telegramkanal: @stattzeitungorg

Zurück zu allen Artikeln

Kommentare

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

stattZEITUNG.net ist leserfinanziert. Ohne Ihre Unterstützung gibt es diese Arbeit nicht.

Jetzt unterstützen