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Anti-AfD-Veranstaltung in Wangen-Karsee. Der Vortrag von Matthias Pöhlmann.

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Anti-AfD-Veranstaltung in Wangen-Karsee. Der Vortrag von Matthias Pöhlmann.
Matthias Pöhlmann in Wangen-Karsee. Bild: sz-Team

Dorf-Politikum in Karsee: Ein Gasthaus mit Vortragsabenden wird vom Sektenbeauftragten stigmatisiert.
Ein Teil der Themen der Gasthausvorträge passt nicht ins (linke) Narrativ diverser Dorfbewohner.
Ein Theologe, der mit Empörung gegen rechts sein Geld verdient, soll auf rechte Gefahren aufmerksam machen.
„Allianz des Mißtrauens“ pauschalierte selbst die Friedensbewegung.

Die Welt befindet sich im Konflikt einer inhaltlichen Ausrichtung. Links oder konservativ ist die Frage. Diese globale Auseinandersetzung geht runter bis ins Kommunale. Verbote, Bevormundung und Diffamierung auf der linken Seite und Freiheitsdrang auf der konservativen Seite befinden sich in einem Kulturkampf. Diesem Umstand dürfte es zu verdanken sein, dass verschiedene Bürger von Karsee, einer Kommune der Kreisstadt Wangen, eine Initiative gründeten, die sich mit Veranstaltungen der Gaststätte „Zum Adler“ auseinandersetzt, weil diverse Veranstaltungen nicht ins eigene Narrativ passen.
Zu diesem Zweck wurde ein Veranstaltungsabend mit Matthias Pöhlmann unter dem Thema „ Allianz des Misstrauens“ ins Leben gerufen, um aufzuzeigen, dass wir näher an 1933 sind als uns das alles lieb sein kann, wie es ein Vertreter der Initiative ausdrückte. Dabei wurde auch auf frühere tendenziöse Mainstreamartikel der „taz“ und der „Schwäbischen Zeitung“ verwiesen, zu der stattZEITUNG.net bereits ausführlich und kritisch berichtet hat (https://stattzeitung.net/artikel/2025-10-02-toxischer-journalismus-made-by-schwaebische). Stef Manzini legt in diesem Artikel journalistische Mainstream-Abgründe offen.
Ein großes Rätsel blieb die Finanzierung der Veranstaltung, zeigt sie doch, aus welcher Richtung der „aufklärerische“ Wind weht. Irritierenderweise wurde von organisatorischer Seite betont, dass man noch nicht wisse, wie diese finanziert wird. Vielleicht gibt die grüne Amadeus-Antonio-Stiftung etwas dazu, da der Referent dort schon publiziert hat. Diese hatte 2024 einen Etat von 12,7 Millionen Euro zur Verfügung, der größtenteils aus Steuergeldern stammt. Ein Mitinitiator des "Dorfbündis Karseer Mitte" ist jedenfalls Mitarbeiter der grünen Landtagsabgeordneten Petra Krebs.

Bevor Matthias Pöhlmann, ein evangelisch-lutherischer Theologe, Rechtswissenschaftler und Publizist mit seinem Thema “Allianz des Misstrauens – Rechte Esoterik und Verschwörungsglaube“ in der Festhalle Karsee am 14. Juli 2026 loslegte, gab die Organisation der Veranstaltung ein dörfliches Statement ab. Das „Dorfbündnis Karseer Mitte“, eine Initiative lokaler Privatpersonen, Vereine und Unternehmen, gab an, dass man immer wieder fremde Autos vor der Gaststätte Adler gesehen hätte und dann aus der erwähnten „taz“ und „Schwäbischen Zeitung“ sensibilisiert worden wäre. Deshalb beschloss man laut des Dorfbündnis-Mitglieds Rafaela Haller: „Wir müssen was tun – so ging es los“. Im Weiteren wurde gesagt, was das Dorfbündnis nicht will. Dazu gehören beispielsweise Rassismus, Rechtsextremismus, Antisemitismus oder Lügen. Es will auch keine Spaltung der Bevölkerung, was aber genau mit solchen Veranstaltungen wie „Allianz des Misstrauens“ bewirkt wird. Fairness war anscheinend auch nicht gegeben, denn die Betreiber der Gaststätte „Zum Adler“, oder die Veranstalter der dort stattfindenden Vorträge wie beispielsweise mit Patrik Baab einem Kriegsreporter der lange für den NDR tätig war und preisgekrönten Friedensaktivisten, standen nicht auf der Bühne, um ein Statement abzugeben.

Kurzum: Es wurde der Frage nachgegangen: Was passiert so Schreckliches im Gasthaus „Zum Adler“. Im Grunde nichts, denn die Initiative war nicht in der Lage aufzuzeigen, was konkret zu monieren wäre. Es ist etwas Schleichendes, etwas Diffuses, etwas, das man nicht einordnen kann, sagte Wolfgang Endel aus dem Dorfbündniskreis. Und weil man nichts weiß, müsse man hinschauen, um Gesicht und Haltung zu zeigen. Helfen könnte dem Dorfbündnis einmal einen Vortrag im Gasthaus Adler zu besuchen. Es ist immer wieder von Vorteil, zu wissen über was man redet, bevor man redet,. Letztlich wurde die Katze aus dem Sack gelassen, es kam zu einem finalen Framing der AfD oder anders ausgedrückt, es war eine Anti-AfD-Veranstaltung.
Es stellte sich die Frage, was hat die Einstiegsrunde gebracht? Es war eine Stigmatisierung des Gasthauses „Zum Adler“ mit Gefühlen, Inspirationen, Befindlichkeiten, aber ohne konkrete Anhaltspunkte. Wie hat es Rechtsanwalt Joachim Steinhöfel ausgedrückt, der 16mal gegen den Staat klagte und 16mal gewonnen hat: Stigmatisierende Werturteile verletzen das Gebot der Sachlichkeit. Dazu lieferte die Karseer Veranstaltung regelrechten Anschauungsunterricht, im bis auf den letzten Platz gefüllten Dorfsaal am 14. Juli 2026.
Der Referent Matthias Pöhlmann, landeskirchlicher Beauftragter für Sekten- und Weltanschauungsfragen der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, verdient sein Geld mit Empörung gegenüber rechten Weltbildern und Denkweisen. Wer solch einen Posten bekleidet, geht konform mit dem Narrativ, welches von Staat und Kirche getragen wird, ansonsten würde er die Position, die er innehat, nicht innehaben. Das wurde bei seinen Ausführungen mehr als deutlich. Er erwies sich als Repräsentant des (linken) Establishments.

Für seinen Vortrag nutzte er einen siebenteiligen Leitfaden mit den Themen Vorbemerkung, die Welt der „spirituellen Überwisser“, das Sensorium der Esoterik, die Allianz des Misstrauens und Konspiritualität, rechte Esoterik und Vernetzungsaktivitäten, rechtsesoterische-antisemitisch-rassistische Neomythen in Social Media und Einschätzungen und Herausforderungen.
Der Referent legte Wert darauf, die Esoterik (spirituelle Lebenseinstellung, die auf Selbsterkenntnis, intuitivem Wissen und der Verbindung zum Universum basiert) nicht zu diffamieren. Ziel seiner Arbeit wäre die Auslotung von Anschlussmöglichkeiten, welche die Esoterik der rechten Szene in der Gesellschaft bietet. Er bezeichnete die Esoterik als trojanisches Pferd für rechtsextremes Denken. Als Beispiele deklarierte er die „Germanische Neue Medizin“, die etliche Todesfälle zu beklagen hat, ließ aber bei seinem aufgeführten staatlichen Corona-Narrativ die zahllosen Todesfälle aufgrund der Covid-19-Impfung völlig unerwähnt. Im Framing der „taz“ gegen den „Adler“ spielt die „Germanische Neue Medizin“ eine tragende Rolle, da sich die taz-Journalistin in einen Vortrag dieser „Gruppierung“ eingeschlichen hatte. Die hiesige „Schwäbische Zeitung“ sprang bereitwillig auf dieses „Pferd“ auf, um gegen die Betreiber der Gaststätte weiter zu hetzen. Freilich ohne deren Betreiber zu Wort kommen zu lassen. Journalistische Arbeit geht anders. Ebenso prangerte Pöhlmann die seiner Meinung nach antisemitischen Darstellungen in der „Anastasia“-Bewegung an. Anastasia ist eine Fantasiefigur für ein Leben in der Natur, ein Leben in Selbstversorgung, das von der rechten Szene für Antisemitismus und frauenfeindliches Gedankengut laut Pöhlmann missbraucht wird. Eine weitere abenteuerliche Darstellung des „Kirchenmannes“.

Konnte man bei der „Germanischen Neuen Medizin“ und „Anastasia-Thematik“ in gewisser Weise dem Referenten noch ansatzweise folgen, war das bei seinem pauschalierten Rundumschlag gegen Medien wie „kla.TV“ oder „AUF1“ nicht mehr möglich. Diese unabhängigen Nachrichtensender fungieren als Kontrast zur „Tagesschau“ und „heute“ von ARD und ZDF. Diese Gegenöffentlichkeit wurde regelrecht verteufelt, selbstverständlich auch soziale Plattformen wie Telegram. Eine Besucherin der Veranstaltung äußerte nach Veranstaltungsende gegenüber der stattZEITUNG.net, der Vortrag wäre für sie ein psychische Folter gewesen.
Querdenker wie Michael Ballweg wurden als das personifizierte Negativum dargestellt, dabei vergaß der Theologe, dass Jesus, der wohl größte Querdenker war, den es bislang gab. Selbst die Friedensbewegung mit Größen wie Daniele Ganser, Sucharit Bhakdi oder Wolfgang Wodarg wurde vom Referenten in Misskredit gebracht, weil sie von der rechten Szene seiner Meinung nach gekapert wurden. Der „Sektenbeauftragte“ scheute sich nicht, den Rechtsanwalt Ralf Ludwig als Objekt der Instrumentalisierung von „AUF1“ darzustellen, nur weil er ein Friedensshirt des Senders mit der Aufschrift “Alles für den Frieden“ trug. Pöhlmann erweckte den Eindruck, dass er unter einem akuten Rechts-Syndrom leidet. Er entdeckt quasi „überall“ Ansatzstellen für rechte Gesinnung. Mehr noch, er vermittelte den Anschein, ein Moderator der links ausgerichteten Altparteienpolitik zu sein, die alles richtig macht, während die anderen einem Trugschluss unterliegen. Anhand von zahlreichen Ablichtungen versuchte er seine Sichtweise zu rechtfertigen.
Letztlich warf er der rechten Szene vor, zu manipulieren, scheute sich aber nicht, mit seinem tendenziösen Vortrag dieses selbst zu tun. Dabei kam es zu den üblichen Etiketten wie „Putinversteher“, „geistige Brandstifter,“ „Angstschürer“ und etlichem mehr, sozusagen das ganze Programm. Deutlich wurde seine einseitige Sichtweise in der Diskussion mit einem Veranstaltungsbesucher, welcher monierte, dass humanitäre Druschba-Fahrten (private oder vereinsbasierte Hilfstransporte in die Ukraine, ausgerichtet von Dr. Rainer Rothfuß, MdB der AfD), die seit 2016 stattfinden, plötzlich als rechtsextrem geframt werden. In den Druschbar-Fahrten sah Pöhlmann einen Anschlusspunkt für die rechte Szene und würgte eine weitere Diskussion ab. Humanitäre Hilfe passt anscheinend nicht in sein Narrativ, sofern sie nicht von der linken, der richtigen Seite unternommen wird. „Druschba“ heißt Freundschaft.

Mehr noch, die Aussteigerin aus dem Öffentlich Rechtlichen Rundfunk, Eva Herman, ehemalige Tagesschausprecherin, diskreditierte er mit dem Spruch, sie sei leider falsch abgebogen. Dann wurden weitere gestandene Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens wie Beate Bahner, Heiko Schöning, Markus Haintz, Dr. Ronald Weikl pauschal bildlich als gefährlich vorgestellt, weil sie nicht in die Sichtweise des Referenten passen. Während das WEF (World Economic Forum) von Unterdrückung, Kontrolle, Überwachung und Verlust individueller Freiheiten geprägt ist, rückt deren Gegenorganisation A-WEF (Alternative Western Ethics Formation) den Menschen als Individuum in den Mittelpunkt. Pöhlmann hatte nichts Besseres zu tun, als das A-WEF abschätzig in dem Dunstkreis der rechten Szene zu verorten. Wer die A-WEF-Veranstaltung journalistisch begleitet hat, wird sich zwangsläufig fragen, von was redet Pöhlmann eigentlich. Alles, was nicht ins linke politische Denkmuster passt, scheint verdammenswert zu sein. stattzeitung.net war beim A-WEF, Pöhlmann nicht.
Als vermeintliches Positivum könnte man herauszuheben, dass Matthias Pöhlmann anscheinend das kritische Denken forderte, um alles zu hinterfragen, dabei aber gleichzeitig die Tagesschau- und Heute-Sendung hofierte, obwohl beide schon mehrfach eine falsche Berichterstattung einräumen mussten. Letztlich verweist Pöhlmann mit unschwer zu erkennendem Stolz darauf, dass ihm häufig vorgeworfen wird, er würde Hass und Hetze verbreiten oder mit seinen Ausführungen manipulieren. Als unbedarfter Zuhörer seines Vortrags wird man sicherlich zu der Erkenntnis kommen, dass dieser Vorwurf seine Gründe haben dürfte.

Anstatt neue Brücken zu bauen für eine gemeinsame Zukunft der „Dorfidylle“ Karsee mit einem funktionierenden Dorfgasthof als Mittelpunkt und Ort der freien Rede und des Meinungsaustausches- dies Garanten der Demokratie, wurden bestehende Brücken mit dieser Veranstaltung eingerissen. Statt intern einen Konsens zu suchen, ging man in die Öffentlichkeit, ohne konkrete Anhaltspunkte. Alles, was man vorzuweisen hat, ist Empörung aufgrund individueller Befindlichkeiten. Eine Dämonisierung einer nicht linken Weltanschauung ist sicherlich nicht der richtige Weg. Wäre die Sache nicht so ernst, hätte man die Veranstaltung als gelungene Comedy für die Betrachtung der gelebten Demokratie aus linkem Blickwinkel bezeichnen können.

Herrn Pöhlmann möchte man nach dieser Veranstaltung schlicht zurufen: "The Proof is in the Pudding".

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